Klinische Hypnose

Was ist Hypnose?

Hypnose ist ein sehr altes Verfahren, das in vielen Kulturen für Heilzwecke verwendet wird. Gleichzeitig ist es eine moderne Heilmethode, die wissenschaftlich gut untersucht ist. In der Hypnose wird eine Trance eingeleitet, um Zugang zu unbewussten Ressourcen zu finden. Hypnose gründet sich auf die menschliche Fähigkeit, die Aufmerksamkeit zu konzentrieren und nach innen zu richten, um sie auf unbewusste Stärken und vergessene Fähigkeiten zu orientieren. In der modernen Hypnose ist die Patientin nicht passiv ausgeliefert, sondern ihr unbewusstes Wissen über die Lösung der Problematik steuert den therapeutischen Prozess. Damit bedeutet Hypnose immer eine aktive Beteiligung des Patienten, der sich bewusst oder unbewusst mit den Hintergründen und Bedingungen seiner Probleme oder Symptome auseinandersetzt.

Was ist Hypnose nicht?

Hypnose ist keine passiv empfangene Heilung durch Eingebungen des Hypnotiseurs an das Unbewusste des Patienten, sondern der Patient arbeitet selbstverantwortlich an den für ihn wichtigen Themen. Es ist ein Mythos, dass Patienten während der Hypnose nicht mitbekommen, was geschieht oder Inhalte preisgeben, die sie nicht erzählen wollen. Vielmehr behält die Patientin die Kontrolle über das Geschehen.

Bei welchen Problemen und Symptomen hilft Hypnose?

Hypnose ist bei vielen unterschiedlichen Krankheitsbildern eine nachgewiesen wirkungsvolle Heilmethode, z.B. Warzenbehandlung, Auflösung von Ängsten, (z.B. Angst vor dem Zahnarzt, Spritzen, Prüfungen),

  • Schlafstörungen
  • Tinnitustherapie
  • traumatische Belastungen
  • psychosomatische Probleme
  • Migräne
  • Stottern oder Redeangst
  • Raucherentwöhnung

Hilfreich ist Hypnosetherapie bei der Veränderung von Symptomen, die durch das bewusste Denken nicht leicht zu verstehen sind, wie z.B. psychosomatische Störungen (medizinische Krankheiten, die einen seelischen Anteil haben), z.B. Migräne und Tinnitus.

Die Hypnosetherapie wird systematisch eingesetzt in der Schmerzbewältigung bei Operationen.

Wie bei allen Therapieverfahren hängt die Wirksamkeit der Hypnose von den besonderen Bedingungen des Einzelfalls ab.

Wie läuft eine Hypnosesitzung ab?

Jede Hypnosetherapie setzt eine therapeutische Vertrauensbeziehung voraus. Dann ist für die meisten Menschen die Erfahrung einer hypnotischen Trance etwas sehr Angenehmes.

In der Einleitungsphase hilft die Therapeutin der Patientin, die Aufmerksamkeit zu konzentrieren und nach Innen zu lenken, um einen Trancezustand zu erreichen. Im weiteren therapeutischen Prozess bietet die Therapeutin vielfältige Hilfsmittel an, die der Patientin ermöglichen, auf einer anderen Bewusstseinsebene Lösungsmöglichkeiten für ihr Problem zu finden. Dies kann z.B. über das Vermitteln bedeutungsvoller Geschichten und Symbole geschehen, über das Erfahren besonderer Erinnerungen oder indem neue Verknüpfungen von Gedanken zu neuen Erkenntnissen führen. Dabei kann die Patientin sagen und zeigen, was sie erlebt und was ihr wichtig ist und damit die Richtung der Behandlung bestimmen, so dass sich während der Trance eine intensive Kooperation zwischen Therapeutin und Patientin entwickelt.

Nach jeder Trance erfolgt eine behutsame und gründliche Reorientierung, in der die Patientin sich wieder für ihre aktuelle, alltägliche Lebenswelt öffnet.

Was kostet eine Hypnosesitzung? Wird Hypnosetherapie von der Kasse übernommen?

Eine einzelne Hypnosesitzung kostet 120 € pro 50 Minuten. Die Kosten einer Hypnosetherapie werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Bei Privatkassen sollte der Patient im Einzelfall mit seiner Kasse klären, ob die Kostenübernahme für eine Hypnosetherapie in seinem Vertrag beinhaltet sind.

Mit wie vielen Sitzungen ist zu rechnen? Wie lange dauert eine Hypnosetherapie?

Wie viele Hypnosesitzungen notwendig sind und über welchen Zeitraum sich eine Behandlung erstreckt ist abhängig von der Komplexität und der Dauer des Symptoms oder Problems, dem Therapieziel, der persönlichen Situation des Patienten, seinen individuellen Stärken und Fähigkeiten, sowie von der Breite des Behandlungsansatzes. Möglicherweise wird eine konkrete Examensangst in drei Sitzungen bewältigt, während die grundlegende Veränderung z.B: bei chronifizierten Schlafstörungen eine längere Therapie notwendig macht. Mehrere Hypnosesitzungen erfolgen in der Regel in Abständen von mindestens zwei Wochen.

Zudem ist es ratsam, nach ca. fünf Hypnosesitzungen den zu erwartenden Erfolg der weiteren Behandlung auf der Basis der bis dahin erkennbaren Verbesserungen zu überprüfen.

Viele PatientInnen erwarten, dass Ihnen mit einer einzigen oder ganz wenigen Hypnosesitzungen geholfen wird, z.B. abzunehmen oder zu NichtraucherInnen zu werden. Dies kann unter optimalen Bedingungen vorkommen, da Symptome für die Patientin jedoch häufig eine unbewusste Funktion oder Bedeutung haben, erfordert es meist einen längeren therapeutischen Prozess, die anstehenden Veränderungen in der Lebenssituation der Patientin zu verankern.

 

Quelle:

Prof. Dr. Dirk Revenstorf, MEG Tübingen

Unser Flyer zur Hypnosetherapie